Zum Hauptinhalt springen

Simon
von Cyrene

Blick auf den Stacheldraht und die Begriffe – sie beschreiben Situationen, in denen Menschen Belastungen erleben und ertragen. Jesus erträgt die Schläge der Soldaten und schweigt. Er weiß, dass er alles aus Liebe zu uns Menschen erleiden muss. Dann führen die Soldaten Jesus zur Kreuzigung hinaus durch die aufgebrachte Menge, die noch immer laut ruft: "Kreuzige ihn! Ans Kreuz mit ihm!"

Auf seinem Weg nach Golgatha spürt er alles Leid der Menschen: Angst, Gewalt, Traurigkeit und Tod. Er trägt all diese Lasten und er spürt, dass Gott bei ihm ist, auch wenn es schwer wird. Das Kreuz ist so schwer, dass Jesus stolpert und fällt. Alle gucken nur, zeigen mit den Fingern und manche lachen vielleicht sogar.

Da wird zufällig ein Mann in dieses Geschehen hineingezogen: Simon von Cyrene ist gerade auf dem Weg von der Arbeit nach Hause. Er kann kaum ertragen, was er sieht. Simon denkt: "So viele Menschen! Bestimmt soll jemand gekreuzigt werden. Alle starren nur … Oh mein Gott, das ist Jesus! Was hat er nur getan? Warum hilft ihm keiner?"

Da springt ein Soldat vor, ergreift Simon und zwingt ihn das Kreuz zu tragen. Simon von Cyrene wird gegen seinen Willen in diese Situation hineingezogen. Doch er verweigert sich nicht. Er übernimmt Verantwortung und trägt ein kleines Stück das Kreuz mit Jesus. Simon trägt nicht für Jesus, sondern mit ihm. Das Leid wird geteilt.

Das Kreuz bleibt schwer, sperrig, belastend. Doch es wird tragbar, weil es nicht allein getragen werden muss. In diesem Mittragen wird erfahrbar, was christliche Solidarität bedeutet: Gott begegnet uns im Leiden des Anderen.

Simon zeigt uns, was es bedeutet, Christ zu sein:

  • Nicht wegschauen, sondern helfen.
  • Nicht allein lassen, sondern mitgehen.

Auch wir tragen schwer an unseren Sorgen und Problemen. Wir wünschen uns Menschen, die uns unterstützen. Genauso können wir selbst für andere da sein: Zuhören, trösten, Mut machen, helfen und Zeit schenken. Ein Stück des Weges gemeinsam gehen – das ist wichtig.

So wird das Kreuz zu einem Zeichen von Liebe und Gemeinschaft. Einer trage des anderen Last, so zeigt ihr, was Liebe bedeutet.

Am Ende des Raumes steht ein Körbchen: Ein Holzkreuz darf mitgenommen werden – als persönliche Frage und Einladung: Wem kann ich helfen, sein „Kreuz“ zu tragen?

Nun wechselt in den nächsten Raum.

Die Station in Bildern

    Alle Fotos auf dieser Seite: Uwe Rieder