Der Tod am Kreuz
Jesus ist auf dem Berg Golgatha in Jerusalem angekommen. Jesus weiß, dass er hier nun sterben wird. Kaum vorstellbar, wie man sich da fühlen muss. Der Tod am Kreuz ist ein brutaler Tod. Stunden voller Schmerzen, Atemnot und Durst. Ausgeliefert der Hitze, ausgeliefert der Gewalt der Soldaten, ausgeliefert den Blicken sensationslustiger Zuschauer. Die siehst du hier im Hintergrund hinter den Kreuzen. Es ist wie ein grausames Spiel für sie, nicht für Jesus.
Gaffer damals und heute sind sich ähnlich. Sie schauen zu, tun aber so, als hätten sie nichts damit zu tun. Aber auch Zuschauer nehmen dem leidenden Menschen seine Würde. Sie lassen ihn im Stich.
Wenn wir andere Menschen sehen, müssen wir fragen: Behandle ich sie freundlich? Mit Respekt? Oder schaue ich nur zu, wie bei einem Spiel?
Zwischen all den Menschen stehen auch Jesu Freunde. Sie sind traurig und leiden mit ihm. Am meisten ist seine Mutter Maria betroffen: "Mein Kind … Ich hätte nie gedacht, dass du so leiden musst. Als du klein warst, warst du so fröhlich und ich habe dich geliebt. Und jetzt … warum muss das passieren? Ich bleibe bei dir bis zum Schluss."
Jesus sieht, wie sehr seine Mutter leidet. Er bittet seinen Freund Johannes, bei ihr zu bleiben.So kann Jesus sterben, weil er weiß, dass sie beide nicht alleine sind.
Viele Freunde sind weit weg oder verstecken sich. Sie haben Angst. Die Zeit vergeht quälend langsam. Jesus leidet lange.
Kurz bevor er stirbt, schreit Jesus verzweifelt in den dunklen, bewölkten Himmel: "Vater, warum hast du mich verlassen?"
Dann stirbt er.
Schreite in Ruhe auf die Kreuze zu, gehe rechts vorbei und stelle dich neben das letzte Kreuz und höre auf die folgenden Gedanken: Es gibt auch Menschen, die Jesus achteten.
Mein Name ist Josef von Arimathäa. Ich bin sehr traurig. Ich hätte nie gedacht, dass Jesus so schnell verurteilt wird. Er hat doch nur die Wahrheit gesagt. Ich gehöre zum Hohen Rat, aber ich habe nicht zugestimmt. Ich habe geschwiegen. Jesus ist sogar jetzt am Kreuz stark. Er ist ruhig und würdevoll, fast wie ein König. Jetzt will ich wenigstens das Richtige tun. Ich gehe zu Pilatus und bitte um den Leichnam von Jesus. Er soll ein richtiges Grab bekommen, nicht einfach irgendwo verscharrt werden. Ich habe ein Grab, das er haben soll. Ich werde auch mit seiner Mutter sprechen. Das ist das Mindeste, was ich für ihn tun kann.
Nun ziehe das schwarze Tuch zur Seite und es öffnet sich der Blick auf die Grabkammer. Tritt dann langsam in diese Grabkammer hinein.



Alle Fotos auf dieser Seite: Uwe Rieder