Zum Hauptinhalt springen

Garten
Gethse­mane

Gethsemane (hebräisch für „Ölpresse“) ist in Jerusalem der Garten am Fuße des Ölbergs, in dem Jesus in tiefer Todesangst betete und sich auf seine bevorstehende Verhaftung und Kreuzigung vorbereitete. Schau auf die Bäume, die hier zu sehen sind:

  • Der Olivenbaum gilt als kraftvolles Symbol für Frieden und Unsterblichkeit.
  • Der Ginkgobaum gilt als Symbol für Hoffnung und Liebe.
  • Der Lorbeerbaum ist ein Symbol für eine besondere Auszeichnung, insbesondere für einen Sieg.

Du siehst die verschiedenen Farben, sie sind Ausdruck für:

  • Rot für den Leidensweg Jesu, hier im Garten siehst du rote Tränen.
  • Die Farbe Grün steht für die Bäume und für Hoffnung und Lebenskraft.
  • Die Mischung aus Violett und Rosa stellt wieder Tränen dar. Violett als Farbe des Leides, Rosa als Vorfreude auf das ewige Leben. Im Garten siehst du die beiden Farben geeint im Wort “Einsamkeit“ und dazu die Bildergalerie auf der linken Seite.

Der Garten Gethsemane mit seinen vielen Bäumen und Pflanzen ist ein ruhiger und schöner Ort. Jesus liebte ihn. Doch heute ist alles anders. Jesus ist ganz still und sehr traurig. Er weiß, dass Judas ihn verraten wird. Er weiß auch, dass bald die schwersten Stunden seines Lebens kommen werden. Darum ist Jesus in den Garten gekommen. Hier möchte er Kraft finden. Hier möchte er zu Gott beten.

Jesus hat drei seiner engsten Freunde mit in den Garten genommen: Petrus, Johannes und Jakobus. Die Jünger sind müde von den anstrengenden Tagen und der langen Reise. Sie legen sich auf die weiche, grüne Wiese und wollen sich ausruhen.

Jesus bittet sie: "Bleibt bitte hier und wartet auf mich. Ich habe große Angst. Ich möchte heute Nacht nicht allein sein. Ich gehe noch ein Stück weiter in den Garten."

Die Freunde bleiben zurück und warten.

Wie schwer fällt dir das Warten? Halte mal eine Minute ganz still – und warte... Gerne kannst du die Eieruhr auf eine Minute einstellen, so kannst du erleben, wie lang eine Minute dauert. Du kannst die Augen schließen und ruhig atmen.

Jesus geht etwas tiefer in den Garten hinein. Es ist dunkler geworden. Jesus ist ganz allein. Er fühlt sich ganz schwach. Er spricht mit Gott:

"Ich bin so allein!
Ich habe schreckliche Angst!
Vater, muss ich diesen Weg nun wirklich gehen?
Kann dieser Kelch nicht an mir vorübergehen?
Vater, bei dir ist alles möglich. Du kannst mein Leben retten!
Vater, wenn du es aber so willst, dann bleibe bei mir!
Wenn es denn sein muss, dann gib mir Kraft und Mut.“

Kennst du solche Gedanken? Manchmal denkt man: Das kann doch nicht wahr sein. Oder: Ich möchte, dass das alles aufhört.

Der Garten Gethsemane wird für Jesus ein Garten der Einsamkeit. Seine Angst wird immer größer. Er fühlt sich verlassen.

Nimm dir eine kleine Träne aus dem Körbchen. Denk an etwas, das dich traurig oder ängstlich macht. Du kannst es leise für dich sagen oder auf die Träne schreiben. Lege die Träne in den Sammelbehälter.

Jesus geht erneut beten, allein und einsam. Er vertraut sich Gott ganz an und auf einmal tritt eine gewisse Ruhe bei ihm ein.

Gibt es jemanden, der für dich da ist, wenn du Hilfe brauchst? Eine Freundin, einen Freund, eine Person, der du alles erzählen kannst?

Höre nun ein kurzes Gebet, verfolge es mit deinen Gedanken:

Jesus, du kennst unsere Angst.
Wenn wir traurig sind oder uns allein fühlen,
dann sei du bei uns.
Amen.

Jesus spürt, dass Gott bei ihm sein wird. Seine Angst schwindet. Er ist bereit für seinen schweren Weg. Der Garten Gethsemane wird nun auch ein Garten des Vertrauens. Gott schenkt Jesus neue Kraft.

Die Station in Bildern

    Alle Fotos auf dieser Seite: Uwe Rieder